Homöopathie bei Post-Covid-Syndrom (Long Covid)

Post-Covid-Syndrom („Long Covid“), erfolgreiche homöopathische Behandlung

[Dr. Kars­ten Karad, 13.03.2021; aktua­li­siert: Juni 2023]

[Nach­trag: Juni 2023] Bitte beach­ten Sie:

  • Die Fall­bei­spiele in die­sem Arti­kel stam­men aus der Anfangs­phase (März 2021). An die­sen Bei­spie­len möchte ich zei­gen, dass die homöo­pa­thi­sche Behand­lung von Covi­d/­Long-Covid-Pati­en­ten, nicht nur auf Anfangs­er­folge beschränkt bleibt, son­dern auch nach­hal­tig wirkt.
  • Auch soll die­ser Bei­trag nicht dazu ein­la­den, durch Selbst­be­hand­lung mit den ange­ge­be­nen homöo­pa­thi­schen Mit­teln zu expe­ri­men­tie­ren. Gerade bei Fäl­len, wo die Gefahr eines chro­ni­schen Ver­laufs besteht, kann man mit der Gabe der fal­schen homöo­pa­thi­schen Mit­tel mehr Scha­den als Nut­zen anrichten!

Die Pati­en­ten kla­gen über:

  • Leis­tungs­de­fi­zit, Müdig­keit über Tag (Fati­gue-Syn­drom)
  • Kurz­at­mig­keit, Atem­be­klem­mung schon bei gerin­ger Belas­tung. Gefühl von „Druck auf der Brust“ und „Nicht rich­tig durch­at­men können“
  • Herz­ra­sen, Herz­klop­fen, eben­falls schon bei gerin­ger Belastung
  • anhal­ten­den Reizhusten
  • Schleim­bil­dung im Rachen und ver­stopfte Nase
  • Geschmacks­ver­än­de­run­gen, „Zun­gen­bren­nen“, Geschmacks- oder Geruchsverlust
  • Psy­chi­sche Sym­ptome: depres­sive Ver­stim­mung, Antriebs­lo­sig­keit, Kon­zen­tra­ti­ons- und Gedächtnisleistungsstörungen
  • Auch gas­tro­in­testi­nale Sym­ptome: Magen­drü­cken, Sod­bren­nen, Stuhlunregelmäßigkeiten

Dies deckt sich auch mit Literaturangaben:

z. B. Sprin­ger-Medi­zin-Ver­lag, „Gibt es ein Post- COVID-Syn­drom?“ von Chris­tine Starostzik

Der konventionelle Therapie-Ansatz

Zunächst ein­mal soll­ten alle not­wen­di­gen Unter­su­chun­gen erfolgt sein, also Labor­pa­ra­me­ter, Lun­gen­funk­tion etc., soweit not­wen­dig auch eine kar­dio­lo­gi­sche Unter­su­chung (Aus­schluss Myo­kar­di­tis, Kar­dio­myo­pa­thie), Rönt­gen-Tho­rax, ggf. auch CT-Tho­rax,. Erstaun­li­cher­weise waren die Unter­su­chungs­er­geb­nisse bei unse­ren Pati­en­ten meis­ten­teils unauffällig.

Mit dem kon­ven­tio­nel­len The­ra­pie­an­satz z. B. mit Vit­amin-B-Kom­plex, oder mit der oft emp­foh­le­nen Vit­amin-D-Gabe sahen wir in kei­nem ein­zi­gen Fall einen The­ra­pie­vor­teil, der über dem Pla­ce­bo­ef­fekt hinausging.

Dies deckt sich auch mit den Ergeb­nis­sen aus der For­schung: Vit­amin-D-Gabe ist nutz­los:

Homöopathische Therapie

Exem­pla­risch möchte ich einige Fälle von Post-Covid-Syn­drom und deren homöo­pa­thi­sche Behand­lung vor­stel­len. Ich werde aller­dings die Namen der ver­wen­de­ten Mit­tel bewusst nicht (oder nur manch­mal) nen­nen. Die Ver­su­chung wäre zu groß, in Unkennt­nis der homöo­pa­thi­schen Prin­zi­pien die Mit­tel ein­fach nach dem Mus­ter der „bewähr­ten Indi­ka­tion“ zu kopieren.

Gerade die indi­vi­du­elle Aus­prä­gung der Sym­pto­ma­tik, die – wie Hah­ne­mann sagte – „die auf­fal­len­dern, son­der­li­chen, unge­wöhn­li­chen und eigen­heit­li­chen (cha­rak­te­ris­ti­schen) Zei­chen und Sym­ptome“ sind für die Mit­tel­be­stim­mung ent­schei­dend und nicht die all­ge­meine Dia­gnose „Post-Covid-Syn­drom“. Genau das möchte ich hier dar­stel­len. Außer­dem kom­men häu­fig ver­schie­dene Mit­tel zur Anwen­dung, die aller­dings in der rich­ti­gen Rei­hen­folge und Dosie­rung gege­ben wer­den müs­sen. Ein ech­ter Homöo­path wird das nach­voll­zie­hen können.

Ich habe außer­dem hier nicht die klas­si­sche Reper­to­ri­sa­tion mit Syn­the­sis nach Kent oder Boger ange­wen­det, auch nicht die Pola­ri­täts­ana­lyse nach Dr. Hei­ner Frei mit dem Bön­ning­hau­sen TTB, son­dern die Prüf­sym­ptom­ana­lyse, ori­gi­nal nach S. Hahnemann.

Fall 1

58jährige Pati­en­tin, Erzie­he­rin, bereits seit ca. 20 Jah­ren bei uns in haus­ärzt­li­cher Behand­lung. Kon­sul­ta­ti­ons­an­lässe waren auch schon in der Ver­gan­gen­heit häu­fige Atemwegserkrankungen.

Jetzt (Dez. 2020): tro­cke­ner Hus­ten, leichte Hals­schmer­zen, Hei­ser­keit, dabei pochende Kopf­schmer­zen, Nacken­ver­span­nun­gen, kein Fie­ber, in der Folge: PCR-Test auf Covid-19: positiv.

Für die Sym­ptom­ana­lyse wich­tig und auffällig:

Hus­ten + klop­fende Kopf­schmer­zen:
(ck = chro­ni­sche Krank­hei­ten, S.H.)

ck0149

Arges Pochen in der Stirn, drei Tage lang, mehr Nach­mit­tags, mit Stram­men im Genicke

ck0150

Pochen­der Kopf­schmerz in der rech­ten Schläfe bei Bewe­gung; für sich sonst nur drückend.

ck0151

Ein schmerz­haft drü­cken­des Pochen in der Stirn, wie mit einer stump­fen Spitze.

ck0827

Arger Fließ­schnup­fen, zwei Wochen lang, mit schmerz­haf­tem Nacht-Hus­ten und sie­ben­tä­gi­gem Kopf­schmer­zen.

Homöo­pa­thi­sche Behand­lung mit Cau­st­i­cum C200, dar­un­ter zunächst Bes­se­rung des Hus­tens und der Kopf­schmer­zen. Aber auch 8 Wochen spä­ter war die Pati­en­tin wei­ter­hin nicht wie­der voll­stän­dig hergestellt:

Es blieb eine Schwä­che bzw. schnelle Erschöp­fung, Atem­be­klem­mung bei mäßi­ger Belas­tung. Hit­ze­ge­fühl im Brust­korb.

Für die Mit­tel­wahl ist hier das Hit­ze­ge­fühl im Brust­korb als „eigen­heit­li­ches Zei­chen“ auffällig:

Rubrik:

o – BRUST ÜBERHAUPT – b – _Hitze ein­zel­ner Theile 112s !!!

b – _ATHEMNOT – m – (_anstrengung kör­per­lich agg ¦ arbei­ten) 28s

Die Pati­en­tin bekam jetzt Senega C200. Nur 10 Tage spä­ter berich­tet die Patientin:

Deut­li­che Bes­se­rung, deut­lich leis­tungs­fä­hi­ger. Kann sogar wie­der jog­gen etc. Leichte Rest­be­schwer­den: Nur noch sel­ten tritt eine leichte Erschöp­fung auf. Sel­ten auch tro­cke­ner Hus­ten, jedoch nur noch bei stär­ke­rer Anstren­gung. Geht die nächste Woche wie­der arbeiten.

Die Behand­lung war danach erfolg­reich abgeschlossen.

Fall 2

43jähriger Pati­ent, Schlos­ser, bis­he­rige Behand­lung wegen Magen­schmer­zen, Ober­bauch­krämpfe und Übelkeit.

Im Novem­ber 2020: Grip­pale Sym­ptome, Hus­ten, Kopf­schmer­zen, Glie­der­schmer­zen, Stirnhöh­len­schmer­zen, zusätz­lich Durch­fall. Der PCR-Abstrich ergibt Covid-19 posi­tiv. Qua­ran­täne, Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung per Post.

Nach der Qua­ran­täne füh­ren wir eine Vit­amin-B-Kom­plex i.m.-Injektionsserie durch, die aber keine wesent­li­che Bes­se­rung bringt.

Im Januar 2021, also ca. 8 Wochen spä­ter: Nach Corona-Infekt klagt er wei­ter­hin über Leis­tungs­de­fi­zit, Belas­tungs­dys­pnoe (Luft­not bei mäßi­ger Belas­tung), Stirn­kopf­schmerz. Durch­fall und Übel­keit,  (tre­ten aller­dings sel­te­ner auf). Schlaf­stö­run­gen – waren zuvor stär­ker aus­ge­prägt – sind jetzt erträglich.

Hier ist das „eigen­heit­li­che Merk­mal“:, Stirn­kopf­schmerz, Bron­chi­al­er­kran­kung mit gas­tro­in­testi­na­len Sym­pto­men (Durch­fall) und auch Übelkeit.

Prü­fungs­sym­ptome:
Prü­fungs­sym­ptome:

0209

Beim Hus­ten bekam sie Hitze in der Stirn und Stirn­schweiß so daß sie ganz düselig war.

0211

Nach dem Essen bekommt das Kind Hus­ten und muß das Genos­sene und Schleim wegbre­chen.

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Weg­bre­chen der Spei­sen durch Husten.

0213

Kurz­äth­mig­keit. nach 3 St.

Pati­ent erhielt Anti­mo­nium tart. Q3.

März 2021: Bes­se­rung: ins­be­son­dere die Atem­not bei Belas­tung ist abge­klun­gen, wie­der leis­tungs­fä­hig, Kopf­schmer­zen deut­lich gebes­sert. Rest­be­schwer­den: leichte Übel­keit, unab­hän­gig vom Essen. Th: Abwar­ten­des Pro­ce­dere, Mit­tel wir­ken las­sen. Behand­lung abgeschlossen

Fall 3

34jähriger Pati­ent, Aka­de­mi­ker, die Covid-19-Dia­gnose wurde durch PCR-Test bereits im Januar (aller­dings nicht in unse­rer Pra­xis) gestellt. Hatte wohl deut­li­che Krank­heits­sym­ptome mit Abge­schla­gen­heit, Glie­der­schmer­zen, Hus­ten, Kurzatmigkeit.

Kommt Mitte Februar, weil 4 Wochen nach der Covid-Infek­tion immer noch ein Leis­tungs­de­fi­zit, Abge­schla­gen­heit und leichte Dys­pnoe besteht. Beson­ders stö­rend ist ein aus­ge­präg­tes Zun­gen- und Rachen­bren­nen und eine Ver­än­de­rung des Geschmacksin­nes sowie eine behin­derte Nasen­at­mung (Stock­schnup­fen).

Rep-Rubri­ken:

o – HALS INNEN – b – _Brennend ¦ nmk 154s !!!
b – _ATHEMNOT – b – (kraft­los all­ge­mein ¦ schwä­che) 48s
o – MUND – b – (ver­än­de­rung geschmack) 30s
0* b – _BRENNEND – m – (essen amel) 7s
o – NASE ÜBERHAUPT – b – (_festsitzender schnup­fen ¦ stock­schnup­fen) 48s
b – _MÜDIGKEIT – b – Kraft­los all­ge­mein ¦ Schwä­che 201s !!!

Der Pati­ent erhält Sul­fur Q3.

10 Tage spä­ter: Beschwer­den im Ver­gleich zum letz­ten Mal leicht gebes­sert, ins­be­son­dere das Zun­gen­bren­nen. Nase noch zu. Atmung noch behin­dert. Wei­ter Leis­tungs­de­fi­zit und Müdig­keit. Wird einen Arbeits­ver­such machen. (Behand­lung: Wie­der­ho­lung der Gabe von Sul­fur Q3)

Nach zwei Wochen:

Arbeits­ver­such ist geglückt, weit­ge­hend beschwer­de­frei. Behand­lung abgeschlossen.

Fall 4

50jährige Pati­en­tin, Ver­käu­fe­rin, ist schon seit län­ge­rem wegen rezi­di­vie­ren­dem BWS-Syn­drom und HWS-Nacken-Schul­ter-Syn­drom in Behand­lung. Sie war im August 2020 wegen leich­ter Atem­be­schwer­den bei tie­fer Ein­at­mung in der Pra­xis, was jedoch auf ihr BWS-Syn­drom zurück­ge­führt wurde. Im Okto­ber dann gripp. Sym­ptome: Schnup­fen, belegte Stimme, Hals­schmer­zen. Die Sym­ptome erschie­nen aber uncha­rak­te­ris­tisch, so dass auf einen Corona-Test ver­zich­tet wurde (was im Nach­hin­ein ein Feh­ler war). Außer­dem klagte sie über Schmer­zen in der rech­ten Leiste (am ehes­ten Adduktoren-Zerrung).

In den Wochen dar­auf dann: Leis­tungs­de­fi­zit, Belas­tungs­dys­pnoe (Atem­not bei mäßi­ger Belas­tung) und Herz­ra­sen bei Belastung.

Im Dezem­ber haben wir dann einen Anti­kör­per-Test auf Covid-19 durch­ge­führt, der posi­tiv aus­fiel. Somit Post-Covid-Syn­drom als Erklä­rung für die Belas­tungs­dys­pnoe und die Tachy­kar­die (Herz­ra­sen). Der gripp. Infekt im Okto­ber wird somit Corona-Infekt gewe­sen sein.

Im Januar dann homöo­pa­thi­sche Ana­lyse: Post-Covid-Syn­drom: Bei Belas­tung – Tachy­kar­die und Atem­be­klem­mung, Kurz­at­mig­keit. Ins­ge­samt deut­li­ches Leis­tungs­de­fi­zit, Abge­schla­gen­heit. Auch in Ruhe: Brust­schmer­zen, schlim­mer beim Lie­gen im Bett. Druck­ge­fühl im Tho­rax und zie­hen­der Schmerz, Aus­strah­lungs­schmerz li. Arm, “Ver­kramp­fungs­ge­fühl” zwi­schen den Schul­ter­blät­tern, was den Atem nimmt;  Wärme/Kälteeinwirkung führt zu kei­ner wesent­li­chen Änderung.

Es wurde hier auch (bereits im Dezem­ber) eine kar­dio­lo­go­gi­sche Unter­su­chung ver­an­lasst mit fol­gen­dem Befund:
D: Par­oxys­male Sinus­tachy­kar­die. Echo.: Nor­mal gro­ßer li. Ven­tri­kel mit einer Aus­wurf­frak­tion von 66%. Die kar­dio­lo­gi­schen Unter­su­chungs­er­geb­nisse erge­ben einen Nor­mal­be­fund. Auch die bei uns durch­ge­führ­ten Unter­su­chun­gen (Lun­gen­funk­tion, Blut­la­bor) erga­ben keine patho­lo­gi­schen Befunde.

Hat zwi­schen­zeit­lich auch eine osteo­pa­thi­sche Behand­lung in Anspruch genom­men, was aber eher zu einer Ver­schlech­te­rung geführt hatte.

Für die homöo­pa­thi­sche Mit­tel­fin­dung ist hier auf­fäl­lig: Atem­not mit Herz­ra­sen, Druck­ge­fühl auf der Brust, schlim­mer im Lie­gen und Sit­zen (und nicht bei Belastung!).

Ich habe mich dann aber auf:
Brust­schmer­zen + Brust­wir­bel­säu­len­pro­bleme sowie die Schwä­che konzentriert:

Prü­fungs­sym­ptome:

0422

Beim Auf­he­ben einer Last kam es ihr plötz­lich zwi­schen die Schul­ter­blät­ter, wie ver­ho­ben, mehr lin­ker Seite, dabei hef­tige scharfe Mes­ser-Sti­che beim min­des­ten Bewe­gen, Ath­men oder Gäh­nen; beim hin­ter Bie­gen fühlt sie uner­träg­li­che Schmerzen.

0588

Grösste Abspan­nung des Geis­tes und Kör­pers; er dau­ert nicht lange bei einer Arbeit aus, muss sich bei unwi­der­steh­li­cher Schläf­rig­keit legen und schla­fen, wobei er oft unter gleich­gül­ti­gen Träu­men aufwacht.

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Kraft­lo­sig­keit, als wären ihr die Beine zerschlagen.

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Unge­heure Schwer­fäl­lig­keit; er will immer sit­zen oder lie­gen, und beim Nie­der­set­zen fällt er gleich­sam auf den Stuhl, weil ihm die Kraft fehlt, dies lang­sam zu thun.

Ich habe Stan­num Q3 ver­ord­net. Stan­num gilt in der Homöo­pa­thie als eines der Haupt­mit­tel bei Schwä­che und Atembeschwerden.

Im Februar 2021 dann erneute Kon­sul­ta­tion: Nach Stan­num Q3 zunächst Bes­se­rung, Tho­rax­be­klem­mung bes­ser, dann aber wie­der alter Zustand. Wei­ter­hin Ver­span­nun­gen: HWS-Bereich, Schmer­zen im BWS-Bereich, zwi­schen den Schul­ter­blät­tern. Nach Osteo­pa­thie-Behand­lung eher Ver­schlech­te­rung der Tachykardie.

Fazit: Stan­num war das fal­sche Mit­tel. Es hat prak­tisch nichts bewirkt, der Zustand ist genau so schlecht wie zuvor. Hier zeigt sich m. E., dass es eben – wie die Kri­ti­ker der Homöo­pa­thie immer behaup­ten – keine Pla­ce­bo­the­ra­pie ist. Denn nur bei kor­rek­ter Mit­tel­wahl erfolgt auch eine Heil­wir­kung. Es erfor­dert manch­mal etwas Geduld, bis das rich­tige Mit­tel gefun­den ist.

Nach erneu­ter Reper­to­ri­sa­tion – Schwer­punkt jetzt auf Brust­schmer­zen, Atem­be­klem­mung und Herzrasen:

Die Pati­en­tin erhielt Cal­cium carb. Q3. Dar­un­ter lang­same Bes­se­rung. Behand­lung ist noch nicht abgeschlossen.

k1110

- Beängs­ti­gung in der Brust, als wäre sie zu enge, mit kur­zem Athem, vor­züg­lich im Sit­zen, und Drü­cken | auf der Brust, beson­ders beim Ein­ath­men; das Herz schlägt ängst­lich und zitternd.

ck1116

Arges Herz­klop­fen mit unge­heu­rer Angst und Unruhe, Beklem­mung der Brust und Schmerz im Rücken; sie giebt bei jedem Athem­zuge einen star­ken Laut von sich, als wollte die Luft aus­ge­hen, unter Kälte des Kör­pers und kal­tem Schweiße.

ck1071

Kurz­ath­mig­keit, schlim­mer im Sit­zen, als bei Bewegung.

ck1081

- Große, ängst­li­che Eng­brüs­tig­keit und schwe­res Ein­ath­men, wie Span­nung am untern Theile der Brust; es benahm ihm, bei Bewe­gung und im Sit­zen, eine Stunde lang den Athem, fast bis zum Ersticken

ck1110

- Beängs­ti­gung in der Brust, als wäre sie zu enge, mit kur­zem Athem, vor­züg­lich im Sit­zen, und Drü­cken | auf der Brust, beson­ders beim Ein­ath­men; das Herz schlägt ängst­lich und zitternd.

Ergän­zung, Fol­low up: Die Behand­lung dau­erte noch wei­tere vier Monate, es gab noch eine Phase mit Ver­schlech­te­rung: Tachy­kar­die (Herz­ra­sen), Bla­sen­ent­zün­dung, Schwäche.

Cal­cium carb. Q3 wurde noch ein­mal wie­der­holt, aller­dings ohne Erfolg. Die Pati­en­tin bekam dann noch (ca. drei Monate spä­ter: Sul­fur C30).

Dar­un­ter wurde die Tachy­kar­die und die Schwä­che zwar bes­ser, jedoch ent­wi­ckelte sie jetzt bei ihr Fuß­schmer­zen (ca. fünf Monate spä­ter). Hier erbrachte die wei­tere Dia­gnos­tik: Fer­sen­sporn. Hier­auf ver­ord­nete ich Kalium carb. Q3. Dies hat die Pati­en­tin jedoch nicht genom­men, son­dern wegen zusätz­li­cher All­er­gie­be­schwer­den als Selbst­me­di­ka­tion: Aga­pis aus­tra­lis (?). Außer­dem ließ sie eine osteo­pa­thi­sche Behand­lung durchführen.

Zudem muss hier berück­sich­tigt wer­den, dass sich die Pati­en­tin in die­ser Phase gegen Covid-19 imp­fen ließ.

Ein Jahr nach der Erst­be­hand­lung, bekam sie erneut – trotz Imp­fung – einen zwei­ten Corona-Infekt (PCR posi­tiv). Sym­ptome: Hals­schmer­zen, Schnup­fen, Hus­ten; – somit leich­te­rer Verlauf.

Die Pati­en­tin wünschte jetzt aller­dings keine wei­tere homöo­pa­thi­sche Behand­lung. Sie brach die wei­tere Behand­lung ab.

Ob die Behand­lung hier nun ins­ge­samt erfolg­reich oder nicht war, ist m. E. nicht abschlie­ßend beur­teil­bar, zumal sich die Pati­en­tin danach nicht mehr gemel­det hat.

In jedem Fall war dies ein sehr lang­wie­ri­ger und kom­pli­zier­ter Behandlungsverlauf.

Fazit:

Die homöo­pa­thi­sche Behand­lung des Post-Covid-Syn­droms („Long Covid“) ist durch­aus erfolgversprechend.

Die Mit­tel­wahl ist aber auf die beson­dere indi­vi­du­elle Sym­pto­ma­tik abzu­stim­men. In den o.g. Fäl­len erhiel­ten die Pati­en­ten alle unter­schied­li­che Arzneien.

Und: Hei­lung ist ein Pro­zess, der gerade bei die­ser Erkran­kung einige Zeit in Anspruch nimmt und meist nicht spek­ta­ku­lär „mit einem Schnipp“ erfolgt. Die Pati­en­ten (wie auch der Arzt) brau­chen Geduld.