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Massenimpfung und kein Ende [Adobe Fotostock]

Corona Update — Aktuelle Situation, Booster-Impfung

Aktuelle Situation — “Booster-Impfung”

Massenimpfung
Massen­imp­fung und kein Ende

[Dr. Karsten Karad, aktu­al­isiert: 05.12.2021]

Auf Grund der vie­len Patien­te­nan­fra­gen bietet unsere Prax­is selb­stver­ständlich auch die Boost­er-Imp­fung für Covid-19 an.

Den­noch sind Zweifel an der Wirk­samkeit dieser Maß­nah­men angebracht.

Hieß es nicht im Früh­jahr: „Wenn wir erst mal eine Impfquote von ca. 70% erre­icht haben, sind wir durch „Her­den­im­mu­nität“ geschützt!?“ Und nun? Es gibt nur eine Lösung: Die „Boost­er-Imp­fung“, möglichst mit Impf­pflicht für alle!

Es lohnt sich mal innezuhal­ten und nachzu­denken. Jet­zt haben wir min­destens ca. 70% geimpft und so hohe Inzi­denz­zahlen wie noch nie. Merk­würdig, nicht wahr?

Und nun die Mel­dun­gen aus der Politik:

„Die Ungeimpften sind schuld!“ „Tyran­nei der Ungeimpften“ (Ärztepräsi­dent Frank Ulrich Mont­gomery). Dabei sind mit­tler­weile gut die Hälfte der Infizierten bere­its dop­pelt geimpft, Ten­denz steigend:

Im Zeitraum der 44. bis zur 47. Kalen­der­woche 2021 war laut Robert Koch-Insti­tut (RKI) in 71,3 Prozent der symp­to­ma­tis­chen COVID-19-Fälle (mit Angabe zum Impf­s­ta­tus) in der Alters­gruppe der über 60-Jähri­gen der Betrof­fene voll­ständig geimpft, han­delte es sich fol­glich um Impfdurchbrüche*.

STATISTA (03.12.2021): Anteil Impf­durch­brüche unter symp­to­ma­tis­chen COVID-19-Fällen in Deutsch­land Im Zeitraum der 44. bis zur 47. Kalen­der­woche 2021 war laut Robert Koch-Insti­tut (RKI) in 71,3 Prozent der symp­to­ma­tis­chen COVID-19-Fälle (mit Angabe zum Impf­s­ta­tus) in der Alters­gruppe der über 60-Jähri­gen der Betrof­fene voll­ständig geimpft, han­delte es sich fol­glich um Impf­durch­brüche*. Ein wahrschein­lich­er Impf­durch­bruch ist definiert als SARS-CoV-2-Infek­tion mit klin­is­ch­er Symp­to­matik, die bei ein­er voll­ständig geimpften Per­son mit­tels PCR oder Erregerisolierung diag­nos­tiziert wurde.

Wie kann man bei diesen Zahlen noch eine 2G-Regelung recht­fer­ti­gen? Wie lässt sich daraus eine Impf­pflicht ableit­en? Und: Für wen sind eigentlich die Ungeimpften eine Bedrohung?

Auch in unser­er Prax­is wollen sich zunehmend auch junge Men­schen impfen lassen, weniger aus Angst vor dem Covid-19-Virus, denn diese Angst ist für junge Men­schen (unter 50 Jahre) unbe­grün­det (siehe Sta­tis­tik). Es gibt also keine medi­zinis­chen Gründe, die für eine Imp­fung sprechen. Vielmehr impfen wir nicht mehr gegen das Virus, son­dern gegen die soziale Iso­la­tion. Viele Ungeimpfte hal­ten ein­fach den – ungerecht­fer­tigten – gesellschaft­spoli­tis­chen Druck nicht mehr aus!

Immer wieder wird als Argu­ment vorge­bracht: „Ja, wenn wir doch auch eine höhere Impfquote hät­ten, dann wäre uns vieles erspart geblieben! Dann hät­ten wir jet­zt nicht so hohe Inzidenzwerte!

Schauen wir zum Ver­gle­ich nach Portugal:

Impfquoten-Europameister Portugal

Noch im Okto­ber schrieben die Ruhr-Nachricht­en (Auszug ‑19.10.21):

Coro­n­avirus | Aus der Sache einen Krieg gemacht: Was Por­tu­gals Impfkam­pagne so erfol­gre­ich machte

Por­tu­gal glänzt mit ein­er der besten Impfquoten — fast 100 Prozent der über Zwölfjähri­gen sind bere­its geimpft. Vor allem einem Mann des Mil­itärs wird nachge­sagt, die Wende gebracht zu haben.

Via Twit­ter lobt Karl Lauter­bach am Son­ntag­mor­gen die Impfkam­pagne Por­tu­gals: 98 Prozent der über Zwölfjähri­gen in dem Land seien geimpft, schreibt der SPD-Gesund­heit­spoli­tik­er in seinem Post. Der „fan­tastis­che Erfolg“ gehe zurück auf eine offen­sive Aufk­lärung zu Wirkung und Neben­wirkun­gen der Imp­fung, heißt es weit­er – und auf eine „fast mil­itärisch“ organ­isierte Kam­pagne. Sein abschließen­des Urteil: „Davon kann man lernen.“

Lauter­bach bezieht sich auf einen Bericht der „New York Times“, wonach der plöt­zliche Erfolg des Pro­gramms vor allem einem Mann gebührt: Vizead­mi­ral Hen­rique Gou­veia e Melo. Dem­nach wandte sich die Regierung an ihn, als die Impfkam­pagne Por­tu­gals stock­te – und er habe sie so umgekehrt, dass die Poli­tik dabei for­t­an keine Rolle mehr spielte. „Das erste ist, aus dieser Sache einen Krieg zu machen“, wird Gou­veia e Melo zitiert. Passend dazu habe er bei Fernse­hauftrit­ten seine Kamp­fu­ni­form getragen.

Quelle: https://www.ruhrnachrichten.de/

Doch im Dezem­ber 2021 sieht die Lage anders aus:

Die Infek­tion­srate liegt mit 11.4 % (Stand 05.12.2021) deut­lich höher als in Deutsch­land mit 7,4 %. Und die Letal­ität­srate ist eben­falls fast gleich.

Die Ruhr Nachricht­en berichteten am 02.12.2021 allerd­ings ohne Kom­men­tar als Randnotiz:

RN 02.12.2021 (Coro­na-Split­ter)

Por­tu­gal wieder im Notfallzustand:

In Por­tu­gal gilt seit Mittwoch wegen steigen­der Coro­na-Zahlen wieder der Not­fal­lzu­s­tand mit neuen Beschränkun­gen und Testre­geln. Alle Besuch­er, die auf dem Luftweg ein­reisen, müssen nun einen negati­ven Test vor­weisen — selb­st dann, wenn sie geimpft oder gene­sen sind. Nach den Jahre­send­feierta­gen werde es eine „Woche der Zurück­hal­tung” mit obliga­torischem Home­of­fice sowie mit geschlosse­nen Schulen, Uni­ver­sitäten, Bars und Diskotheken geben.

Quelle: https://www.ruhrnachrichten.de/

Das bedeutet also: nach ca. 6 Monat­en sinkt der Impf­schutz rapi­de. Geimpfte kön­nen genau­so andere infizieren wie Ungeimpfte. Das lässt eine heik­le Frage aufkom­men: Ist die Imp­fung Teil der Lösung oder Teil des Problems?

Es gäbe näm­lich eine Erk­lärung für das Phänomen, dass trotz viel­er Imp­fun­gen den­noch oder ger­ade deswe­gen eine höhere Inzi­dienz entste­ht. Das Phänomen ist mit­tler­weile in Fachkreisen bekan­nt unter dem Begriff „Anti­body Depen­dent Enhance­ment“ (ADE; sin­ngemäß über­set­zt „infek­tionsver­stärk­ende Antikörper“). 

“Booster Impfung”, — Rettung oder Fluch?

ADE wurde bere­its 2020 bekan­nt. Dabei han­delt es sich dem Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­teri­um zufolge um infek­tionsver­stärk­ende Antikör­p­er, die eine heftige Immunreak­tion zur Folge haben kön­nen. Nicht nur die Infek­tion mit dem Coro­n­avirus selb­st, auch eine Imp­fung könne the­o­retisch ADE zur Folge haben, informiert das Paul-Ehrlich-Insti­tut. Die von B‑Immunzellen gebilde­ten Antikör­p­er, die nor­maler­weise das Virus attack­ieren sollen, tun in dem Fall genau das Gegen­teil. Sie wür­den dem Virus den Ein­tritt in die men­schlichen Zellen erle­ichtern und damit die Ver­mehrung des Krankheit­ser­regers beschle­u­ni­gen. ADE ver­schlim­mert also die Krankheit statt sie zu lindern.

Herr Drosten hat dies sehr schön in seinem Pod­cast erk­lärt (allerd­ings zu Anfang der Impf­stof­fend­wick­lung, vor ca. einem Jahr): 28.10.2020 Pod­cast NDR:

Drosten: Ja, das wurde von Anfang an immer schon disku­tiert. Anti­body-depen­dent Enhance­ment ist eines von mehreren Phänome­nen von Antikör­p­er-Wirkun­gen. Bei ein­er Imp­fung entste­hen nun mal Antikör­p­er. Es ist immer die Frage, ob auch die richti­gen Antikör­p­er entste­hen, die neu­tral­isieren­den Antikörper.

… Das ist die Befürch­tung, dass da Antikör­p­er entste­hen, die dann schon mal da sind, weil man geimpft ist, aber das Virus sel­ber hat man noch nicht gese­hen. Jet­zt kommt das Virus und statt, dass die Antikör­p­er mich jet­zt schützen gegen das Virus, machen die Antikör­p­er die Krankheit schlim­mer. Da gibt es ein berühmtes Beispiel in der Infek­tion­s­medi­zin, das ist die Dengue-Virus-Infektion. ….

Anmerkung: Im weit­eren Ver­laufs des Inter­views verneint Herr Drosten dann die Möglichkeit ein­er ADE bei den Covid19-Impf­stof­fen, aber dies erfol­gte zum Zeit­punkt der Ein­führung der völ­lig neuen Impf­stof­f­gen­er­a­tion (Okt. 2020). M. E. muss dies in der neuesten Entwick­lung neu bew­ertet werden.

Auch das Paul-Ehrlich-Insti­tut sehr bemüht zu beto­nen, dass es bish­er keine Hin­weise auf ADE gibt (03.11.2021):

Wikipedia hält ADE immer­hin für möglich.

Wenn es allerd­ings ADE ist, und m. E. wäre das die schlüs­sig­ste Erk­lärung, dann wäre weit­eres Impfen kon­trapro­duk­tiv und schädlich.

Aber ist die Situation wirklich so bedrohlich?

Bei Per­so­n­en unter 70 Jahre (ausgenom­men Risikopa­tien­ten, z. B. übergewichtige Dia­betik­er) ist das Risiko, bei ein­er Covid-19-Infek­tion einen schw­eren Ver­lauf zu erlei­den, weit­er­hin eher gering:

Auch inter­es­sant: Die Hos­pi­tal­isierungsrate ist zulet­zt bere­its rückläufig!

 

Schauen wir zurück auf 2020. Gab es durch Covid-19 eine erhöhte Übersterblichkeit?

Die Antwort verblüfft: Nein, es gab keine Übersterblichkeit!

Also, — bleiben Sie bitte entspannt!

Wie man auch anders mit der Sit­u­a­tion umge­hen kann, zeigen uns Beispiele aus Eng­land und Schwe­den: Trotz genau­so hoher Inzi­denz­zahlen legt man den Schw­er­punkt woanders:

  • Schutz der Risiko­grup­pen durch Impfung
  • Her­den­im­mu­nität durch Infek­tio­nen bei den jün­geren Menschen

Schweden und England

Schwe­den: [Quelle: WELT Artikel vom 18.11.2021]

Panisch in die vierte Welle? Nicht in Schweden

In Schwe­den hinge­gen sieht man dem Win­ter entspan­nt ent­ge­gen. Wie hat das Land es geschafft, sich vom irri­tiert beäugten Sor­genkind in Europas Muster­schüler zu ver­wan­deln? Auf diese Frage gibt es gle­ich mehrere Antworten.

Erstens: Das Impfen. Schwe­den liegt bei den Coro­na-Imp­fun­gen im EU-Ver­gle­ich im oberen Mit­telfeld. Laut Daten­por­tal Our World in Data ist die Quote der voll­ständig Geimpften mit 68,7 Prozent der Bevölkerung ähn­lich hoch wie in Deutsch­land. Damit liegt das Land zwar hin­ter den Impf-Europameis­tern Por­tu­gal und Spanien.

Nach Angaben der staatlichen Gesund­heits­be­hörde Folkhäl­somyn­digheten kon­nte Schwe­den, das mit einem Durch­schnittsalter von 40,9 Jahren zu den jüng­sten Län­dern in Europa gehört, jedoch den vul­ner­a­blen Teil der Bevölkerung fast voll­ständig schützen: Über 90 Prozent der 60- bis 69-Jähri­gen sind voll­ständig geimpft; bei den 70- bis 89-Jähri­gen sind es mehr als 93 Prozent. Und: 44 Prozent der über 80-jähri­gen Schwe­den haben bere­its ihre dritte Imp­fung erhal­ten. .….  Mat­ti Säll­berg, Pro­fes­sor für Bio­medi­zinis­che Analyse am Karolin­s­ka-Insti­tutet im schwedis­chen Sol­na ver­mutet zudem, dass die lib­erale Coro­na-Poli­tik und das Aus­bleiben von Maß­nah­men, wie etwa eines strik­ten Lock­downs, dazu beige­tra­gen haben kön­nten, das Infek­tion­s­geschehen zu senken. „Ich denke, dass wir Schwe­den es mehr gewohnt sind als andere Län­der, die milden, aber wirk­samen Maß­nah­men wie ‚Social Dis­tanc­ing‘ anzuwen­den, weil wir während der gesamten Pan­demie weit­er­hin am öffentlichen Leben teilgenom­men haben.“

Quelle: WELT (https://www.welt.de)

Eng­land:

Richtig ist, dass es in Eng­land mehr Todes­fälle durch Covid-19 gab als in Deutsch­land, jedoch bezieht sich das auf die erste und zweite Welle. Die Entwick­lung nach dem Free­dom Day (19.07.2021) ist in Eng­land deut­lich gün­stiger ver­laufen als hierzulande:

Eng­land: [Welt-Artikel vom 20.11.21]

„Bere­its im Som­mer zu öff­nen war der richtige Weg“

Seit dem „Free­dom Day“ am 19. Juli gibt es in Eng­land keine Coro­na-Schutz­maß­nah­men mehr. …..

Selb­st als die Zahl der Neuin­fek­tio­nen unmit­tel­bar nach der Fußball-Europameis­ter­schaft auf zeitweise mehr als 50.000 pro Tag schoss, ließ sich John­sons Regierung von ihrem „Frei­heit­s­plan“ nicht abbrin­gen. Sie trotzte War­nun­gen von Wis­senschaftlern wie Neil Fer­gu­son, dass „100.000 Neuin­fek­tio­nen pro Tag die Folge sein kön­nten, wenn nicht gar das Dop­pelte“. Der Epi­demi­ologe, genan­nt „Pro­fes­sor Lock­down“, hat seine Prog­nose mit­tler­weile zurückgenom­men, mit Hin­weis auf die ver­bre­it­ete Immu­nität, die die Nationale Sta­tis­tik­be­hörde in Eng­land derzeit auf rund 93 Prozent schätzt.

Seit dem Som­mer liegt das Plateau der neuen Ansteck­un­gen bei rund 38.000 pro Tag, ohne sig­nifikan­ten Abwärts- oder Aufwärt­strend. Auss­chlaggebend ist für die Down­ing Street ohne­hin der Blick auf die Zahl der Schw­erkranken in den Kliniken. Derzeit liegt sie sta­bil bei rund 8000 Men­schen – was ein Fün­f­tel der Covid-Krise des ver­gan­genen Jan­u­ar ist.

Quelle: WELT (https://www.welt.de)

Fazit für unsere Praxis:

Ob die Boost­er-Imp­fung wirk­lich so segen­sre­ich ist, bleibt abzuwarten. Ich per­sön­lich habe aus den o. g. Grün­den da meine Zweifel.

Wir führen in unser­er Prax­is natür­lich auch die Boost­er-Imp­fung durch. In erster Lin­ie wer­den wir die Imp­fun­gen für die über 70Jährigen durch­führen, ins­beson­dere Heimbewohner.

Wir ori­en­tieren uns hier an den (jet­zt muss man sagen, ehe­ma­li­gen) Empfehlun­gen der STIKO:

  • älter als 70 Jahre
  • Abstand zu zweit­en Imp­fung: ein halbes Jahr
  • Son­der­fall: bes­timmte Risikogruppen(z. B. Dia­betes und Übergewicht)

Dies ist übri­gens nur eine Empfehlung, daraus leit­et sich  keine(!) Verpflich­tung für den Arzt ab, zu impfen. Impfen ist — ähn­lich wie ein chirur­gis­ch­er Ein­griff — ein Ein­griff in die kör­per­liche Unversehrtheit des Patien­ten. Ob eine Imp­fung sin­nvoll ist, ist immer für jeden Patien­ten eine indi­vidu­elle Entschei­dung des Arztes mit dem Patienten.

Für alle, die sich umfassender informieren wollen, recher­chieren Sie doch mal selb­st bei STATISTA (Quelle für die o.g. Statistiken)

Aktueller Stand — RKI Dashboard

Einen guten Überblick über die aktuelle Lage bietet das Portal:

“Coro­na in Zahlen” + RKI Dashboard

 

Auch am Tages­re­port DIVI (Link s.o.) ist zu erken­nen, dass von ein­er Über­las­tung des Gesund­heitssys­tem nicht die Rede sein kann, auch wenn nach dem Bet­ten­ab­bau (!) wegen Per­son­al­prob­le­men (hier hat Herr Spahn ja lei­der nicht investiert) die Lage an eini­gen Stan­dorten mal eskalieren kann!

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