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Brauche ich eine dritte Impfung gegen Covid-19?

[Dr. Karsten Karad, aktu­al­isiert: 20.10.2021]

Am 18.10.21 aktu­al­isierte die STIKO Ihre Impfempfehlung und emp­fiehlt eine COVID-19-Auf­frischimp­fung mit einem mRNA-Impf­stoff für Per­so­n­en ≥ 70 Jahre und für bes­timmte Indika­tion­s­grup­pen (gemeint ist vor allem das Per­son­al von Pflege-/med. Ein­rich­tun­gen); allerd­ings früh­estens nach 6 Monat­en nach der zweit­en Impfung.

Eine fundierte wis­senschaftliche Studie zur Notwendigkeit ein­er Boost­er-Imp­fung gibt es allerd­ings nicht.

Darum bleibt die Frage berechtigt:

Brauche ich eine dritte Impfung gegen Corona/Covid-19?

Der Immunologe Dr. Andreas Rad­bruch, Wis­senschaftlich­er Direk­tor des Deutschen Rheuma-Forschungszen­trums Berlin, gibt darauf eine ein­deutige Antwort: Nein!

Warum ist eine dritte BioNTech-Impfung in der Regel überflüssig?

  • Ein Abfall der Antikör­p­er nach ca. 6 Monat­en ist nor­mal, aber die sog. Gedächt­niszellen des Immun­sys­tems bleiben und schützen über viele Jahre
  • Beim häu­fi­gen Nachimpfen poten­zieren sich auch die Neben­wirkun­gen, bis hin zu dem möglicher­weise erhöht­en Risiko für Autoim­munerkrankun­gen
Staat­srechtler Horst Dreier.
taat­srechtler Horst Dreier
taat­srechtler Horst Dreier

Auszug aus dem T‑Online-Artikel “Ist gut fürs Geschäft”

“Das ist gut fürs Geschäft”

(Quelle: T‑Online.de, s.o.]
 

Und auch der Immunologe Dr. Andreas Rad­bruch, Wis­senschaftlich­er Direk­tor des Deutschen Rheuma-Forschungszen­trums Berlin, erteilt dem Begehren von Bion­tech eine klare Absage: “Es war zu erwarten, dass die Impf­stoffher­steller ver­suchen, häu­fige Nachimp­fun­gen zu empfehlen. Das ist gut fürs Geschäft”, erk­lärt er gegenüber t‑online. “Diesen Ein­las­sun­gen der Phar­malob­by­is­ten kann ich nur ener­gisch widersprechen.”

Die vor­liegen­den Dat­en zeigten, dass nach rund sechs Monat­en die Antikör­p­er der akuten Impf­reak­tio­nen ver­schwun­den seien und danach die Antikör­p­er des immu­nol­o­gis­chen Gedächt­niss­es uns über viele Jahre schützten.

Immunologe: Antikörper bleiben erhalten

Bion­techs Begrün­dung des absink­enden Immun­schutzes ist nach Rad­bruchs Sicht daher nicht stich­haltig: “Bei jedem Impf­stoff fällt der Antikör­per­spiegel nach der akuten Immunreak­tion inner­halb eines Jahres ab, alles andere wäre ja auch Energiev­er­schwen­dung für den Kör­p­er und eine gefährliche chro­nis­che Immunreak­tion. In der Gedächt­nis­phase, die nach einem hal­ben Jahr anfängt, bleiben etwa zehn bis zwanzig Prozent der Antikör­p­er erhal­ten. Das ist bei Covid-19-Gene­se­nen so und auch bei allen bekan­nten Impf­stof­fen gegen andere Viren. Dadurch bleiben wir geschützt, so zum Beispiel gegen Pock­en, Masern, Tetanus und Diph­therie. Und der Schutz hält über Jahrzehnte, sog­ar das ganze Leben.”

Wichtig für das Erre­ichen eines Immun­schutzes sei die Bil­dung von Gedächt­niszellen im Knochen­mark, die weit­er­hin Antikör­p­er pro­duzierten. Rad­bruch: “Das ist auch für die Coro­na-Impf­stoffe zu erwarten, die ersten Dat­en deuten darauf hin.”

Zu viele Impfungen können gefährlich werden

Und er bringt einen anderen Aspekt ins Spiel: In der Fachzeitschrift Nature weist Rad­bruch darauf hin, dass bere­its beim Vorgänger des SARS-Virus Beobach­tun­gen gemacht wur­den, die auf einen langjähri­gen Immun­schutz hin­deuten. “Inter­es­san­ter­weise sind mit SARS-CoV­‑1 im Jahr 2003 Infizierte und Gene­sene heute noch durch neu­tral­isierende Antikör­p­er genau so gut geschützt wie kurz nach der Infek­tion.” Diese neu­tral­isieren­den Antikör­p­er wer­den auch bei Imp­fun­gen gebildet.

Aber gilt bei Imp­fun­gen nicht vielle­icht auch der Satz: Bess­er ein­mal zu viel als ein­mal zu wenig? Rad­bruch winkt klar ab: “Wenn jährlich­es Nachimpfen immu­nol­o­gisch-wis­senschaftlich keinen Sinn macht, sollte man es auch unter­lassen, denn es poten­zieren sich durch häu­fige Nachimp­fun­gen natür­lich auch alle Neben­wirkun­gen. Und: Es kön­nen sog­ar neue Neben­wirkun­gen auftreten, bis hin zu einem möglicher­weise erhöht­en Risiko für Autoimmunerkrankungen.”

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Gerdina Steffen

    Beim The­ma Covid, Maß­nah­men und Imp­fun­gen kann man dur­chaus geteil­ter Mei­n­ung sein.
    Was für mich nicht in Ord­nung ist, wenn meine Hausarzt­prax­is mir, trotz aus­drück­lichem Wun­sch und RKI Empfehlung, die Boost­er Imp­fung verweigert.

    1. PraxisKKMD

      Danke für Ihren Kom­men­tar. Ihre Behaup­tung entspricht allerd­ings nicht den Tatsachen.
      Wir ver­weigern näm­lich gar nicht die dritte Imp­fun­gen, haben diese auch in eini­gen (weni­gen) Fällen in Senioren­heimen bere­its durchgeführt.
      Ihr Behaup­tung „ver­weigert die Imp­fung“ ist also falsch!
      Den­noch halte ich per­sön­lich die dritte Imp­fung aus gut belegten Grün­den für falsch und zum jet­zi­gen Zeit­punkt für zu risikoreich.
      Aus der Empfehlung des RKI/STIKO – übri­gens nur für die über 70Jährigen – lässt sich auch kein Anspruch auf eine dritte Imp­fung ableit­en, zumal es keine einzige wis­senschaftliche Unter­suchung gibt, die dieser Empfehlung voraus­ge­gan­gen ist!
      Eine Imp­fung ist ein medi­zinis­ch­er Ein­griff, ähn­lich ein­er chirur­gis­chen Maß­nahme. Auch hier hält sich der Chirurg und Oper­a­teur immer die Entschei­dung vor, ob er eine Oper­a­tion nun aus medi­zinis­chen Grün­den bei seinem Patien­ten durch­führt oder ob er sie ablehnt, obwohl sie the­o­retisch durch­führbar wäre.
      Das ist keine Frage des „Ver­weigerns“, son­dern der Gewissenhaftigkeit.
      Dr. Karsten Karad

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