Gibt es nun doch eine „zweite Welle“?
Covid19 Patienten aktuell

Gibt es nun doch eine „zweite Welle“?

Gibt es nun doch eine „zweite Welle“?

[Dr. med. Karsten Karad, 01.08.2020, akt. 03.09.20]

 
 
 
 

Noch gestern meinte eine Bekan­nte: “Du bist ja der Mei­n­ung, Coro­na gibt es gar nicht”.
Natür­lich habe ich so etwas nie gesagt oder geschrieben.

Die Botschaft in meinem Leser­brief vom Juli war vielmehr: Wir soll­ten zur Nor­mal­ität zurück­kehren.

Das ist aber typ­isch für die heutige Zeit. Jed­er hört und inter­pretiert so, wie er es gerne hätte. Fak­ten und Argu­mente inter­essieren nicht mehr.

Wie Recht ich hat­te, zeigt sich in der jet­zi­gen Sit­u­a­tion. Dazu mein aktuller Leser­brief:

 
 
 
 
 
 

Leser­brief:
[Ruhr-Nachricht­en 03.09.20]

 
 
 
 
 
 

Coro­na und die Notwendigkeit der „neuen Nor­mal­ität“?

Knapp zwei Monate nach meinem kon­tro­vers disku­tierten Leser­brief frage ich: Was hat sich sei­ther geän­dert? In unser­er Prax­is jeden­falls nicht viel, außer dass wir mehr Tests durch­führen:  In den let­zten zwei Monat­en hat­ten wir keinen einzi­gen behand­lungs­bedürfti­gen Coro­na-Krankheits­fall.

Nun kön­nte man ein­wen­den: Ja das liegt daran, dass wir alle so kon­se­quent die Gesichts­masken getra­gen und die Abstand­sregelung einge­hal­ten haben. Aber nein, ganz falsch! Ger­ade die Diszi­plin­losigkeit der Bevölkerung soll ja der Grund für den in den Ruhr Nachricht­en (RN) beschriebe­nen exor­bi­tan­ten Anstieg der pos­i­tiv getesteten Covid-19-Zahlen sein! Da mag jet­zt jed­er selb­st ein­mal über die Sinnhaftigkeit der Coro­na-Maß­nah­men, ins­beson­dere die Beibehal­tung der Quar­an­tänepflicht, zum jet­zi­gen Zeit­punkt (!) nach­denken.

Jeden Tag aufs Neue berichteten die RN von der gefährlichen zweit­en Welle, Anstieg der Infek­tion­szahlen für COVID 19, Ver­schär­fung der Regelun­gen wie zum Beispiel Pflichtverord­nung für das Tra­gen von Masken in Bussen und Bah­nen. Hinzu kam die Tes­tung der Rück­reisenden sowie die regelmäßige Tes­tung der Erzieher/Innen und Lehrkräfte.

Allerd­ings waren auch hier prak­tisch alle symp­tom­los: RN 13.08.20: Mal­lor­ca-Reis­erück­kehrer: „Rund 900 Men­schen sind Coro­na-infiziert, … aber wis­sen nichts von ihrer Erkrankung.“ Nun sei das ja aber beson­ders gefährlich, wegen der Ansteck­ungs­ge­fahr der Risiko­gruppe der Senioren.

Merk­würdig, — aber aus den Senioren­heimen hört man nichts über einen Anstieg von Covid-19-Erkrank­ten. Und auch aus unseren Lün­er Kranken­häuser hört man nichts von Über­las­tung durch Coro­na-Patien­ten. Im gesamten Kreis Unna (Quelle: https://www.kreis-unna.de) liegen derzeit ganze fünf Covid-19-Patien­ten in sta­tionär­er Behand­lung.

Objek­tiv, unbe­stre­it­bar und vor allem für jeden trans­par­ent ein­se­hbar, ist die Inter­net-Seite der DIVI (Dt. inter­diszi­plinäre Vere­ini­gung für Inten­siv- und Not­fallmedi­zin): https://www.divi.de/register/tagesreport. Tage­sak­tuell wird hier über den Stand der COVID 19-Patien­ten berichtet, die ein­er inten­sivmedi­zinis­chen Behand­lung bedür­fen.

Fakt ist: Die Zahl der COVID 19 Patien­ten, die inten­sivmedi­zinisch behan­delt wer­den mussten, ist seit Mai 2020 stetig zurück­ge­gan­gen. Ein sig­nifikan­ter Anstieg bei der sog. zweit­en Welle ist aus­ge­blieben! Aktuell liegt die Zahl bei unter 250 Patien­ten für ganz Deutsch­land!

Was kann das anderes bedeuten als: Die Coro­na-Pan­demie ist vor­bei!?

Schauen wir mal nach Chi­na, wo alles begann. Hier ist eine zweite Welle aus­ge­blieben. Und immer­hin leben hier 1,3 Mil­liar­den Men­schen! Warum bericht­en die RN nicht mal darüber?

Faz­it: Glück für die Poli­tik und die Medi­en (RN), dass so viele Coro­na-Tests mit – wenn auch völ­lig belan­glosem — pos­i­tiv­en Ergeb­nis durchge­führt wur­den, denn anson­sten hät­ten wir wom­öglich von der sog. „Zweit­en Welle“ gar nichts bemerkt!

Dr. Karsten Karad, Lünen

30.08.2020

 
 
 
 

Sie glauben nicht, dass das die Wahrheit ist? Prüfen Sie es nach!

Bitte beacht­en: Null (0 !) Patien­ten in sta­tionär­er Behand­lung im gesamten Kreis Unna (03.09.2020)

 
 
 
 
 
 
 

Report tage­sak­tuell:

Quelle:

Deutsche Inter­diszi­plinäre Vere­ini­gung für Inten­siv- und Not­fallmedi­zin e.V.;
Luisen­straße 45, 10117 Berlin

Kreis Unna: Coro­na-Zahlen

https://www.kreis-unna.de/nachrichten

 
 

Weitere Infos:

 
 
 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Christoph Reuther

    Sehr geehrter Herr Dr. Karad,

    ich stimme Ihnen mit Ihrem Artikel nicht nur zu, son­dern denke, dass man das ganz lock­er um weit­ere Argu­mente erweit­ern kann, die da wären: 1. Immu­nitätsstu­di­en, z. B. die große Studie aus Tübin­gen zur T‑Zellen-Reak­tiv­ität in alten Blut­proben (Kreuz­im­mu­nität), 81 % bei Blutkon­ser­ven, 100 % bei schon mit Sars-CoV2 infizierten. 2. Gefährlichkeit. Hier kann man unprob­lema­tisch auf die Heinzbergstudie ver­weisen oder auf die Arbeit­en von Her­rn Ioan­ni­dis, Stan­ford. Inter­es­sant ist, dass er auf im Mit­tel 0,1 % Letal­ität (0,07–0,16 %) in sein­er Metas­tudie über die Serol­o­gis­chen Stu­di­en weltweit (ich glaube 36 Einzel­stu­di­en, viele aus Europa, Nor­dameri­ka) kommt. Hinzu kommt, dass es mit­tler­weile Schätzun­gen im ein­stel­li­gen Prozent­bere­ichs aus den USA (6 %) und Ital­ien (4 %) gibt, die die Zahl der Men­schen an Covid 19 an der Gesamtzahl der Ver­stor­be­nen aus­drückt. Die Metas­tudie berück­sichtigt dies nicht. 3. Seit Mai wis­sen wir, dass der PCR-Test (Spez­i­fisch der von Prof. Drosten entwick­elte) einen Fehler (Sen­si­tiv­ität) bei Wasser­proben von ca. 1,4 % besitzt. Aktuell ist dieser sog­ar niedriger, außer für andere Coro­n­aviren wie OC43, ertc., da ist er min­destens 2 %. Ich will das gar nicht weit­er aus­führen. Was wichtig ist, wir messen im Haupt­säch­lichen das Hin­ter­grun­drauschen des Tests. Da wir nicht wis­sen, wann ein ander­er Coro­n­avirus mit im Spiel war, soll­ten man im Mit­tel einen Fehler­bere­ich von min­destens 3Sigma anset­zen. Weit­er­hin ist dies ein Labortest zur Analyse, keine Diag­nose. Wenn ich krank werde, merke ich es als erster und Sie sind für die Diag­nose zuständig. Ich denke, hier liesen sich auch zu Organ­schä­den und Ner­ven­schä­den weit­ere Fak­ten anfü­gen, die wir auch von Influen­za­viren ken­nen und die uns nie gesorgt haben, etc. Aber: Diese Argue­mente, so prüf­bar sie auch sein mögen, so viel Ratio­nal­ität auch dahin­ter steck­en mag, scheinen in meinem Bekan­ntenkreis nur begren­zt anzukom­men oder wer­den voll­ständig ver­wor­fen (es gibt natür­lich auch “Gle­ich­gesin­nte”, wenn man Men­schen gle­ich­er Ansicht so nen­nen darf). Argu­mente sind, die anderen sagen aber was anderes, etc. Für mich ist dies haupt­säch­lich eine Angstreak­tion, die ich vol­lkom­men ver­ständlich empfinde, nach­dem diese auch in einem guten Maße kom­mu­niziert wurde. Ich frage mich nur, wie man es schaf­fen kann, sich hier die Hände zu reichen (ohne Desin­fek­tion­s­mit­tel)? Vielle­icht helfen Ihre Artikel, ich will es hof­fen. Ich sehe einen gesamt­ge­sellschaftlichen Diskurs über unseren Umgang miteinan­der für drin­gend und zwin­gend geboten und will auch hier hof­fen, dass dieser mit der Zeit zus­tande kommt.

    Danke, dass Sie trotz Wider­stand ver­suchen, den Men­schen die Augen zu öff­nen, mit Fak­ten, die kaum anzuzweifeln sind. Danke für Ihren Mut!

    Mit fre­undlichem Gruß
    Christoph Reuther

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