Corona/Covid19 Letter – November 2020

Corona/Covid19 Letter – November 2020

Corona/Covid19 Letter – November 2020

[Dr. med. Karsten Karad, 18.11.2020, aktu­al­isiert 23.11.20]

Info für unsere Patienten

Bitte beacht­en: Für die angegebe­nen Links und damit ver­bun­de­nen Infor­ma­tio­nen sind die WEB-Seit­en­be­treiber selb­st ver­ant­wortlich. Eine Gewährleis­tung wird nicht übernommen.

Inhalte — Themen — Info

Interessante Analyse: Vergleich der Maßnahmen in verschiedenen Ländern (Deutschland, Frankreich Schweden)

Was ist notwendig, welche Maß­nah­men sind zu hinterfragen?

[ARTE Video auf YouTube vom 10.11.2020]

https://www.youtube.com/watch?v=ebPB5egg4X4

These 1 (meine These):
Eine zweite Welle wird es nicht geben.

Ja, das war falsch. Es gibt eine zweite Welle. Hier habe ich mich geirrt.

Allerd­ings wirft das einige Fra­gen auf:

Obwohl wir doch schon die Wochen zuvor Coro­na-Maß­nah­men getrof­fen haben (Maskenpflicht in Bussen und Bah­nen, Maskenpflicht in Geschäften und Super­märk­ten, Abstand­sregelun­gen, keine Großver­anstal­tun­gen mehr etc.), kommt es zu diesem hefti­gen Anstieg der Infizierten.

Die Antwort der Poli­tik: Ver­schär­fung der Maskenpflicht im Freien etc.. Wie effek­tiv sind aber diese Maß­nah­men, ins­beson­dere die Maskenpflicht? (s.u.)

These 2:
Die Gefährlichkeit der zweiten Welle zeigt sich an dem starken Anstieg der Patienten auf den Intensivstationen. Wir müssen die Corona-Maßnahmen noch weiter verschärfen, damit es nicht zu einem Kollaps des Gesundheitssystem kommt.

Hier in Lünen berichtete mein Kol­lege Dr. Lenfers (Che­farzt Innere Abteilung, St. Marien­hos­pi­tal Lünen) in der örtlichen Zeitung über die Sit­u­a­tion. Nach­dem über Monate keine Patien­ten auf Inten­sivs­ta­tion lagen, zulet­zt waren es wohl 16 Patien­ten, die Hälfte davon beat­met. Er schätzt die Sit­u­a­tion als kri­tisch ein, zumal es noch vor ein paar Wochen gar keinen Covid-Patien­ten im Lün­er KH gab.

Ich schätze Her­rn Dr. Lenfers als kom­pe­ten­ten Kol­le­gen, mit dem ich seit Jahren sehr gut zusam­me­nar­beite. Und ich kann ihn gut ver­ste­hen. Aus sein­er Sicht hat sich die Lage drama­tisch verän­dert und ver­schlechtert. Aber er sieht natür­lich immer nur die Spitze des Eisberges.

Es rel­a­tiviert sich etwas, wenn man sich den gesamten Kreis Unna ansieht:

Hier befind­en sich derzeit (17.11.2020) „Über­sicht Infizierte sta­tionär“ 113 Patien­ten im gesamten Kreis Unna in sta­tionär­er Behand­lung, also im Kranken­haus, davon natür­lich nur ein kleiner­er Teil auf der Intensivstation.
Vor ein paar Wochen waren es noch unter 20. Somit ist natür­lich auch hier ein stark­er Anstieg zu verze­ich­nen. Abge­se­hen davon, dass dies bei knapp 400.000 Ein­wohn­er im Kreis Unna für die Win­terzeit immer noch keine beson­ders hohe Anzahl an sta­tionären Patien­ten ist, bleibt die Frage offen: Wieso wurde das nicht durch die getrof­fe­nen Maß­nah­men (wir haben ja schon seit län­gerem die Maskenpflicht) verhindert?

Corona und die hausärztliche Grundversorgung

Um aber noch ein­mal beim Bild der „Spitze vom Eis­berg“ zu bleiben: Wie ste­ht es denn mit dem Eis­berg darunter. In unser­er Lokalzeitung (Ruhr Nachricht­en) wurde immer nur aus der Sicht des Kranken­haus­es, ins­beson­dere der Inten­sivs­ta­tion berichtet.

Wie ste­ht es aber in den Prax­en? In unser­er Hausarzt-Prax­is – und das deckt sich mit Gesprächen von Kol­le­gen – gab es in den ver­gan­genen Monat­en nur wenige Patien­ten mit Atemwegserkrankun­gen. In den let­zten Tagen nah­men die Patien­ten mit „gripp. Symp­tomen“ jahreszeitlich bed­ingt wieder zu. Einige davon wur­den auch pos­i­tiv auf Covid-19 getestet. Kein­er von unseren Patien­ten hat­te allerd­ings schw­er­wiegende Symp­tome, sie berichteten meist nur über leichte Halss­chmerzen und eine Phase mit Schüt­tel­frost. Pos­i­tiv getestete Kon­tak­t­per­so­n­en waren meist symp­tom­los. Sich­er wird es hier regionale Unter­schiede geben; aber schwere Fälle – und natür­lich gibt es die auch – bleiben Einzelfälle.

Und so hört man auch wenig von über­lasteten Arzt­prax­en durch Coro­na-Patien­ten, vielmehr allerd­ings von Über­las­tung durch Coro­na-Tests (siehe unten). Und das muss ich lei­der auch bekla­gen: Die Coro­na-Tests, ins­beson­dere von symp­tom­losen Men­schen, stellen einen erhe­blichen Aufwand dar und sind eine stetige Belastung.

Corona und die Tests

Mit­tler­weile machen wir übri­gens ca. eine über 500.000 Tes­tun­gen pro Woche:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Testzahl.html

Jed­er einzelne Test verur­sacht über 50 Euro:

https://www.kbv.de/html/coronavirus.php

Auszug:

Abrech­nung

Vergü­tung von Tes­tun­gen auf SARS-CoV­‑2

Labor­diag­nos­tik

PCR-Test im Labor GOP 32816 / Bew­er­tung: 39,40 Euro

15 Euro (Abstrich, Beratung und ggf. Ausstellen eines ärztlichen Zeug­niss­es über das Testergebnis).

 

M.E. soll­ten wir dazu überge­hen, nur noch Per­so­n­en mit deut­lich­er Symp­to­matik auf Coro­na zu testen. Zudem soll­ten auch ver­mehrt Antikör­p­er-Tests gemacht wer­den, um zu sehen, ob bere­its eine Infek­tion stattge­fun­den hat und somit Immun­schutz beste­ht. Dann bekä­men wir auch Dat­en zur „Her­den­im­mu­nität“ in der Bevölkerung!

Ist die Corona/Covid-19-Pandemie gefährlicher als eine Influenza-Epidemie?

Ja, die Gefährlichkeit liegt in der Unberechen­barkeit. Trotz aller Coro­na-Maß­nah­men (Maskenpflicht, AHA-Maß­nah­men) gibt es Men­schen, die das lebens­ge­fährliche SARS-Syn­drom (Schw­eres Akutes Res­pi­ra­torisches Syn­drom) entwickeln.

Warum das so ist, erk­lärt dieser Artikel:

Gelbe Liste: „Coro­na: Was macht dieses Virus anders als andere Viren?“

Ver­gle­icht allerd­ings die sog. Über­sterblichkeit, also die durch die Infek­tion bewirk­te höhere Sterblichkeit z. B. mit der Influen­za-Epi­demie 2018, dann sind damals mehr Men­schen an der Grippe gestor­ben als dieses Jahr an Covid-19. Nach Angaben des RKI sind ca. 25.100 Todes­fälle durch die Grippe 2018 bed­ingt gewesen.

Quelle: RKI: https://influenza.rki.de/Saisonberichte/2018.pdf, Seite 47

Die Corona-Maßnahmen: Maskenpflicht, Abstandsregelungen, Lock down
These 3: Insbesondere die Maskenpflicht ist ein wirkungsvolles Instrument, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Dies ist durch mehrere wissenschaftliche Studien gut belegt. 

Ich bezwei­fle dies (was mir einen Shit­storm in den Ruhrnachricht­en beschert hat), und zwar aus fol­gen­den Gründen:

  1. Ein­führung der Maskenpflicht

Bere­its vor Auftreten der „zweit­en Welle“ hat­ten wir die Maskenpflicht in Busse und Bah­nen, in den Super­märk­ten und Geschäften u.a..
Ital­ien haben wir schon länger die Maskenpflicht, auch im Freien (mit drakonis­chen Strafen von 1000 Euro bei Nichtein­hal­tung). Aber mit welch­er Wirkung? Wirkung: gle­ich Null. In Ital­ien war der Anstieg der Infizierten noch wesentlich höher als in Deutsch­land. Ital­ien gilt derzeit als eines der Hochrisikogebiete.

=> Auswer­tiges Amt: Italien

Und auch hier in Deutsch­land bleibt trotz der doch jet­zt stren­gen Maskenpflicht die Zahl der Infizierten weit­er hoch. Selb­st in Söders Land (Bay­ern) haben wir über­all – ob Stadt, ob Land – mehr pos­i­tiv Getestete als in NRW.

2. Stu­di­en­analyse

Sehr auf­schlussre­ich ist hier die Darstel­lung im

Arzneimit­tel­telegramm: [Quelle/Link AT]

Zunächst wird ein­mal festgestellt

„Die Unter­suchun­gen find­en sowohl während der aktuellen Pan­demie (7 Stu­di­en) als auch während früher­er SARS- und MERS-Aus­brüche (26 bzw. 11 Stu­di­en) haupt­säch­lich in Kranken­häusern statt. Sie betra­cht­en über­wiegend die Kom­bi­na­tion von Maß­nah­men. Die für die jew­eili­gen Einzel­maß­nah­men berech­neten Effek­te sind daher mit Vor­sicht zu inter­pretieren.“
Nun wur­den bei den Stu­di­en in den Kranken­häusern Atem­schutz­masken mit stärk­eren Fil­tereigen­schaften wie FFP2 oder N95 ver­wen­det.
Wie wir alle wis­sen, sieht die Real­ität bei der Nor­mal­bevölkerung und im All­t­ag der Men­schen ganz anders aus.
Eine pub­lizierte Studie aus Deutsch­land unter­sucht den Nutzen der Mund-Nase-Bedeck­ung im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Ver­glichen wer­den die SARS-CoV-2-Infek­tion­szahlen der Stadt Jena, die hierzu­lande am 6. April 2020 als erste eine Maskenpflicht ein­führte, mit gewichteten Mit­tel­w­erten ander­er deutsch­er Regio­nen, die um den 27. April 2020 damit begonnen haben.  …. den 20 Tagen nach Beginn der Maß­nahme nimmt die Gesamtzahl der Infizierten in Jena von 142 auf 158 zu, in der Ver­gle­ichs­gruppe ohne Maskenpflicht im sel­ben Zeitraum von 143 auf 205. Daraus wird für die Anwen­dung von Masken ein Rück­gang der Neuin­fek­tio­nen pro Tag um 1,32% oder rel­a­tiv um 60% ermit­telt.
Die Argu­men­ta­tion scheint auf den ersten Blick plau­si­bel, aber m. E. muss man ein­schränk­end kri­tisieren, dass die Unter­schiede in Deutsch­land eine sehr hohe Schwankungs­bre­ite haben. Was wäre gewe­sen, wenn statt Jena z. B. zufäl­lig der Kreis Heins­berg als Ver­gle­ich gewählt wor­den wäre?

Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil der pos­i­tive Effekt (auch wenn man ihn etwas hin­ter­fra­gen kann) nur für die erste (!) Welle gilt.

Heute, bei der zweit­en Welle, ist das Virus bere­its seit Monat­en unter uns! Vor eini­gen Wochen sagte der Virologe Chris­t­ian Drosten: “Während das Virus mit der ersten Welle in die Bevölkerung einge­drun­gen ist, wird es sich mit der zweit­en Welle aus der Bevölkerung her­aus ver­bre­it­en. Denn in der Zwis­chen­zeit hat es sich immer gle­ich­mäßiger verteilt, über die sozialen Schicht­en und die Alter­sko­hort­en hin­weg.“
Die Ansteck­ung find­et haupt­säch­lich in der Fam­i­lie, im per­sön­lichen Umfeld statt: Wenn dem so ist, was bringt dann eine Ver­schär­fung der Maskenpflicht?

Und wir sehen es ja auch: Trotz Maskenpflicht kommt es nicht – wie bei der ersten Welle (s.o.) beschrieben – zu ein­er raschen Reduk­tion der Inzidenz.

Die Maskenpflicht bleibt ohne Effekt.

Ein Blick auf die Deutsch­land­karte zeigt dies ganz offen­sichtlich:
[siehe oben: Grafik vom 10.11.2020]

3) Schwere Fälle verhindern:

These: Die Mund-Nasen-Maske reduziert die Viren­last, so dass dadurch das Auftreten von schw­eren Fällen (Beat­mungs­fällen) ver­hin­dert wird.

Quelle: https://www.intensivregister.de/#/reporting

18.11.2020: 3.561 Inten­sivs­ta­tion-Patien­ten, davon beat­met: 2.024(56%)

Im Mai lag die Zahl der beat­meten Patien­ten bei ca. 65%, war also nur ger­ingfügig höher (und das, obwohl wir jet­zt mehr Erfahrung mit der Inten­siv-Behand­lung haben).

Faz­it: Die Mund-Nasen-Masken schützen nicht vor schw­eren Krankheitsverläufen.

4) Auswer­tung von Prof. Kappstein

Alle wis­senschaftlichen Stu­di­en bele­gen eine Wirk­samkeit der Maskenpflicht? Das stimmt so nicht. Im Gegenteil:

Die Analyse von Prof. Dr. Ines Kapp­stein ist beson­ders auf­schlussre­ich. Sie kommt zum ein­deutig gegen­teili­gen Ergebnis:

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/a‑1174–6591

Analyse von Prof. Dr. Ines Kappstein

erschienen im Thieme-Verlag

 

Da ist es auch nicht ver­wun­der­lich, wenn sich Poli­tik und Medi­en in Wider­sprüchen ver­wick­eln. Hieß es noch vor kurzem: „Im Freien kann man sich gar nicht ansteck­en, Wind und frische Luft, machen eine Über­tra­gung höchst unwahrschein­lich.“ Daher soll übri­gens ja auch in den Klassen­z­im­mern gelüftet werden.

In Bay­ern für Min­is­ter­präsi­dent Markus Söder (CSU) jet­zt sog­ar die Maskenpflicht im Unter­richt an allen Schu­larten ein:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/piazolo-maskenpflicht-im-unterricht-vorerst-an-allen-schularten,SFSXhwA

Trotz Zweifel an der Wirksamkeit: Sollen wir die Maskenpflicht einhalten?

Ob sin­nvoll oder nicht: Die Maskenpflicht hat die Gesellschaft bere­its stark polar­isiert. Wer keine Maske trägt, ist sofort ein Coro­na-Leugn­er, Recht­sradikaler, „Aluhut“-Spinner. Ein Heer von Denun­zianten ist bere­its unter­wegs, um alle auf den recht­en Pfad zu bringen.

Aus diesem Grund und weil ich mich selb­stver­ständlich auch an die Verord­nun­gen der Regierung halte, tra­gen wir in der Prax­is und wo es son­st noch vorgeschrieben ist, die Mund-Nasen-Maske und rat­en auch unseren Patien­ten dazu.

Was ist aber mit den anderen Corona-Maßnahmen, insbesondere dem Lockdown?

Ja, ein Lock­down ist tat­säch­lich effek­tiv: Er war es in Chi­na und er ist es auch in Europa:

Finn­land: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=118102&s=ansteckung&s=corona

Übri­gens, — fällt Ihnen was auf? Von der Maskenpflicht ist in Finn­land gar nicht die Rede.

Ein Lock­down muss dann allerd­ings für min­destens zwei Wochen kon­se­quent durchge­führt wer­den. Das wird er hier bei uns allerd­ings nicht.

Ger­adezu lächer­lich ist da z. B. diese Inkon­se­quenz: verkauf­sof­fen­er Son­ntag in Köln am 08.11.2020 und auch bei uns demnächst.

https://www.stadt-koeln.de/wirtschaft/gewerbe/63479/index.html

Griechen­land macht es da schon richtiger: Kon­se­quent drei Wochen Lockdown.

„Die griechis­che Regierung hat auf­grund der hohen Infek­tion­szahlen und Eng­pässen im Gesund­heitssek­tor für vor­erst drei Wochen ab 7. Novem­ber 2020, 6 Uhr, einen lan­desweit­en Lock­down angekündigt, siehe Beschränkun­gen im Land.“

Quelle: Auswer­tiges Amt

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/griechenland-node/griechenlandsicherheit/211534

Ob das allerd­ings eine angemessene Maß­nahme ist, die wirk­lich sein muss, und ob Schwe­dens Weg nicht doch der bessere ist, das muss natür­lich die Poli­tik entschei­den (und möglichst nicht der Gesund­heitsmin­is­ter alleine).

Werden die Zahlen in nächster Zeit (in den nächsten Wochen) zurückgehen?

Ja, sehr wahrschein­lich! Und es liegt nicht an dem dilet­tan­tis­chen Lock­down und schon gar nicht an der Maskenpflicht!

Es liegt daran, dass jede Virus-Epi­demie selb­stlim­i­tierend ist, weil mit­tler­weile so viele Men­schen infiziert und wieder mit Antikör­p­er gene­sen sind, dass das Virus sich nicht mehr weit­er aus­bre­it­en kann. Ich ver­mute, das wird schon in den näch­sten Tagen sein, — aber mit Prog­nosen liege ich ja nicht immer richtig.

Corona und die Medikamente

Lesen Sie die Beurteilung von unab­hängi­gen Quellen, ich bevorzuge hier das Arznei-Telgramm:

Remdesvir und Cortison.

Remdesvir: Eigentlich ein Medika­ment, was gegen Ebo­la entwick­elt wurde, wurde von der US-Gesund­heits­be­hörde sehr schnell zuge­lassen, obwohl gar nicht richtig geprüft. Es hat nur einen gerin­gen Effekt auf den Krankheitsver­lauf von Covid-19 und es birgt die Gefahr von Neben­wirkun­gen, z. B. Nieren­schä­den. Das unab­hängige Arznei-Telegramm beurteilt das Medika­ment als über­flüs­sig und nut­z­los. Ja, sog­ar als gefährlich, da es zu Nieren­schä­den führen kann.

Quelle: Arznei-Telegramm:

https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_10/2010078_01.html

Nieren­schä­den:

https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_10/2010080_03.html

Cor­ti­son: Hat bei beat­meten Patien­ten einen pos­i­tiv­en Effekt, kann hier auch Leben ret­ten. Bei nur leicht erkrank­ten Patien­ten hat es eher einen neg­a­tiv­en Infekt, — kein Wun­der, denn Cor­ti­son wirkt immunrepressiv.

Cor­ti­son bei Covid 19:

https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_09/2009071_01.html

Übri­gens ist die Anwen­dung von Cor­ti­son bei Coro­na-Patien­ten keineswegs neu. Bere­its bei der SARS-1-Pan­demie wurde es emp­fohlen und eingesetzt:

Link RKI: beachte: SARS 1 (2003): Epi­demi­ol­o­gis­ches Bul­letin, Nr. 17 aus 2003; S. 132

Zu Maß­nah­men und zur Ther­a­pie: … „Erfahrungs­berichte – zum Beispiel aus Hongkong und Kana­da – scheinen auf die Wirk­samkeit von Rib­avirin und Cor­ti­cos­teroiden bei beson­ders schw­er erkrank­ten Patien­ten hinzudeuten.“

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2003/Ausgabenlinks/17_03.pdf?__blob=publicationFile

Hil­ft bzw. schützt Vit­a­min D gegen Corona?

Nein, nach ein­er Analyse des unab­hängi­gen Arznei-Telegramms hat Vit­a­min D keinen rel­e­van­ten Effekt auf den Ver­lauf ein­er Coro­na-Infek­tion. Meine per­sön­liche Mei­n­ung: zusät­zliche Vit­a­min-D-Gabe ist zur Zeit generell groß in Mode, m. E. aber völ­lig über­be­w­ertet und daher überflüssig.

 

Faz­it: Wirk­lich effek­tive phar­makol­o­gis­che Medika­mente gegen Coro­n­a/­Covid-19 gibt es zur Zeit nicht. Cor­ti­son-Prä­parate haben nur in schw­eren Fällen (Beat­mungspa­tien­ten) einen pos­i­tiv­en Effekt.

Nach­trag: Und was ist mit Trump und sein­er Spezial-Therapie?

„In ran­domisierten Unter­suchun­gen ließ sich ein Nutzen von Rekon­va­leszen­ten­plas­ma bei COVID-19 bis­lang nicht bele­gen“
Quelle: Arnzei-Telegramm: https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_09/2009513_01.html

Corona und die Impfung

Meine per­sön­liche Mei­n­ung: Wenn die Imp­fung da ist, haben wir die Pan­demie bere­its weit­ge­hend über­standen, so dass man dann die Notwendigkeit ein­er Imp­fung dur­chaus kri­tisch sehen kann. Zumal die Impf­stoffe nach ver­schiede­nen Ver­fahren hergestellt wer­den und nicht erprobt sind, schon gar nicht, was Langzeitschä­den angeht.

Hier ein Überblick:

WEB-Seite der Forschen­den Pharmaunternehmen

 

Forschende Pharmaindustrie

Über­sicht über die laufend­en Impfstoffentwicklungen

Welche Risiken es gibt und wie Impf­stoffe zu bew­erten sind, darüber informieren diese Videos:

Prof. Bhak­di: https://www.youtube.com/watch?v=GIitOKU7fM0

Ja, — dieses Video wurde lei­der von Google zen­siert. Kri­tis­che Stim­men sind eben nicht erwün­scht. Es ist nicht kon­form zum poli­tis­chen Main­stream. Lei­der kein Einzelfall:

https://norberthaering.de/medienversagen/zeitalter-internetzensur/

Dass neue Impf­stoffe dur­chaus mit Risiko behaftet sind, zeigte sich bei der Ein­führung des Son­der­impf­stoffes Pan­dem­rix gegen die „Schweine­grippe“ 2009. Denn da gab es sehr wohl Nebenwirkungen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63356/Grippeimpfung-Wie-Pandemrix-eine-Narkolepsie-ausloest

Corona und die psychischen Erkrankungen, Veränderungen in der Gesellschaft, in den Medien

Ins­beson­dere durch die Medi­en­berichte herrscht seit Monat­en bere­its eine Atmo­sphäre der Angst und Verun­sicherung. Meines Eracht­ens war die Darstel­lung in den Medi­en hier auch sehr ein­seit­ig und über­trieben mit dem Fokus auf Angst und Gefährlichkeit des Virus.

Dass ich mit dieser Mei­n­ung nicht alleine ste­he, zeigt diese Analyse der Medi­en­forsch­er und Kul­tur­wis­senschaftler PD Dr. Den­nis Gräf und Dr. Mar­tin Hen­nig von der Uni­ver­sität Pas­sau in ihrer jüng­sten Studie „Die Veren­gung der Welt“:

Die Verengung der Welt

Medi­en­analyse von PD Dr. D. Gräf und Dr. M. Henning

Auch in unser­er Prax­is haben Angst-/Panikerkrankun­gen und Depres­sions-Patien­ten zugenom­men. (Hier fol­gt noch ein geson­dert­er Beitrag).

 

Beson­ders prob­lema­tisch finde ich, dass diese Angst zum Teil sog­ar von Seit­en der Poli­tik in Kauf genom­men wird, um nicht zu sagen, gefördert wird:

In einem „Strate­gie-Papi­er“ des Bun­desin­nen­min­is­teri­ums (Horst See­hofer) kön­nen wir auf Seite 17 lesen:

Quelle: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2020/corona/szenarienpapier-covid-19.html

[Auszug, Seite 17, Zitat]

  1. Schlussfol­gerun­gen für Maß­nah­men und offene Kommunikation

4 a. Worst case verdeutlichen!

Wir müssen wegkom­men von ein­er Kom­mu­nika­tion, die auf die Fall­sterblichkeit­srate zen­tri­ert ist. Bei ein­er prozen­tu­al uner­he­blich klin­gen­den Fall­sterblichkeit­srate, die vor allem die Älteren bet­rifft, denken sich viele dann unbe­wusst und uneinge­s­tanden: «Naja, so wer­den wir die Alten los, die unsere Wirtschaft nach unten ziehen, wir sind sowieso schon zu viele auf der Erde, und mit ein biss­chen Glück erbe ich so schon ein biss­chen früher».…

Um die gewün­schte Schock­wirkung zu erzie­len, müssen die konkreten Auswirkun­gen ein­er Durch­seuchung auf die men­schliche Gesellschaft verdeut­licht werden:

1) Viele Schw­erkranke wer­den von ihren Ange­höri­gen ins Kranken­haus gebracht, aber abgewiesen, und ster­ben qualvoll um Luft rin­gend zu Hause. Das Erstick­en oder nicht genug Luft kriegen ist für jeden Men­schen eine Urangst. ...

2) “Kinder wer­den kaum unter der Epi­demie lei­den”: Falsch. Kinder .…Gefühl haben, Schuld daran zu sein, .…..

3) Folgeschä­den: Auch wenn wir bish­er nur Berichte über einzelne Fälle haben, zeich­nen sie doch ein alarmieren­des Bild. Selb­st anscheinend Geheilte nach einem milden Ver­lauf kön­nen anscheinend jed­erzeit Rück­fälle erleben, die dann ganz plöt­zlich tödlich enden,…

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ruhr Nachrichten: Warum ich die Tageszeitung gekündigt habe und ich bis auf Weiteres keine Leserbriefe mehr in den RN schreibe:

Weil ich ein religiös­er Men­sch bin: (Römer-Brief, Kap. 14):

„So wird nun jed­er von uns für sich selb­st Gott Rechen­schaft geben. Darum lasst uns nicht mehr ein­er den andern richt­en; son­dern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass nie­mand seinem Brud­er einen Anstoß oder Ärg­er­nis bereite.“

[Dr. med. Karsten Karad, 18.11.2020]

 
 
 
 
 
 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Harald Rimer

    Har­ald Rimer 27 NOV 2020 ANTWORTEN

    Hal­lo Herr Dr. Karad,
    nach monate­langer per­ma­nen­ter und panikver­bre­i­t­en­der Berichter­stat­tung aller Medi­en ist es eine Wohltat ihren aufk­lären­den Bericht zu lesen.
    Ihre sach­lichen und vor allem zutr­e­f­fend­en Dat­en geben ihren Lesern ein Gefühl von Sicher­heit ohne die Gefährlichkeit ein­er Erkrankung zu überse­hen. Ich würde mich
    freuen weit­ere , neue Erken­nt­nisse aus ihrer Prax­is zu erhal­ten und wün­sche ihnen und ihrem Team weit­er­hin viel Kraft und Gesundheit.
    Viele Grüße
    Har­ald Rimer

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